TrueType-Schriften

Um gegen das Monopol von Adobe vorzugehen, entwickelte Apple 1989 das TrueType-Format. Dieses Format wurde im späteren Verlauf in Kooperation mit Microsoft weiterentwickelt, ins Betriebssystem integriert ab Mac OS 7 bzw. Windows 3.1, und ist daher weit verbreitet.

Quadratische B-Splines
Quadratische B-Splines

Neu an diesem Format war erstens die Zusammenfassung sämtlicher Schnitte zu einer Datei. Zweitens werden im Gegensatz zum PostScript-Format die Kurven der Schrift nicht mehr mittels Bézier-Kurven beschieben, sondern mithilfe quadratischer B-Splines. Quadratische B-Splines-Kurven werden nur von drei Kontrollpunkten beschrieben, je einem Anfangs- und Endpunkt sowie einem Kontrollpunkt direkt auf der Kurve. B-Splines sind progressiv, d.h. die Kurvenelemente werden nicht unabhängig voneinander beschrieben wie beim Beziér-Verfahren, sondern bauen aufeinander auf, sind eine fortlaufende Beschreibung.

Die TrueType-Technologie besteht aus zwei Komponenten: Das TrueTypeFontformat und der TrueType Rasterizer. Der Rasterizer (im Betriebssystem integriert) wandelt die Schrift intern in Rasterpunkte um, erstens für die Bildschirmansicht, zweitens genau auf das jeweilige Ausgabegerät zugeschnitten. So können auch nicht-postscriptfähige Drucker wie z.B. der Tintenstrahler „daheim“ angesprochen werden.

Werden ältere PostScript-Drucker (PostScript Level1) mit TrueType-Fonts angesteuert, wird auf eine interne Ersatzschrift zurückgegriffen, welcher von dem originalen TrueType abweichen kann. PostScript RIPs ab Level 2 können TrueType-Splines in Bézier-Kurven umwandeln.

In der Praxis stellt sich die Frage: TrueType oder Type-1?

TrueType Darstellung Mac
TrueType Darstellung Mac

TrueType Darstellung Windows
TrueType Darstellung Windows

Pro TrueType spricht, dass sie auch ohne Fontmanager auf non-postscript- Geräten ausgabefähig sind. Falls der Font gehintet ist, so hatten die Schriftentwickler theoretisch betrachtet mehr Möglichkeiten bei deren Erstellung, nämlich nicht nur horizontal und vertikale Hints, sondern auch diagonale.

Contra TrueType spricht, dass die Möglichkeiten der TrueType-Technologie oft nicht ausgenutzt werden. Im Umlauf sind sehr viele schlechte TrueType- Schriften, die keine Hints und/oder Kerningtabellen hinterlegt haben, diese Fonts haben den eher schlechten Ruf des Formats begründet, nicht die Technologie selber.

Generell gilt es zu vermeiden, von einer Schrift gleichen Namens TrueType und Type-1 installiert zu haben. Dies kann oft zu Problemen im Schriftverwaltungsprogramm führen. Wenn möglich, sollte man nur mit einem Fontformat arbeiten, da Schriften gleichen Namens unterschiedliche Metainformationen enthalten können.

Zusammenfassend betrachtet hat TrueType durchaus Potential, im Professional-Bereich werden jedoch meist Type-1-Schriften eingesetzt, da fast alle Pro-Fonts in diesem Format vorliegen.

# | Letzte Änderung: 10.06.2004 | XHTML | CSS